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1.03.2006
  Dicke Lippen, schiache Gfrieser, nie wieder FLEX!
Was kann man denn schon erwarten von einem Silvesterabend in Wien? Betrunkene Penner und die Lufthölle von Bagdad? Nicht nur. Die Selbstkasteiung der alternativen Szene lässt einen dann doch zwo, dro Tränchen drücken...
Dabei hat alles so schon angefangen. Kiloweise Fleisch auf einer heißen Raclette-Platte, dazu Unmengen von Dosenbier und Karl Moiks Silvesterstadl. Mein anfänglicher Verdacht, er sei einfach nur so wie immer sturzbetrunken, relativierte sich später, als ich erfuhr, dass er unmittelbar nach der Sendung einen Schlaganfall hatte. Also war das Falschzählen des Silvester-Countdowns doch keine subversive Kritik am Feierwahn der Vestalinnen-Schlampen und Bacchus-Proleten. Er war einfach nur kurz vorm Abkratzen.
Danach enstand jedoch dieses seltsame Gefühl, man müsse an so einem besonderen Abend doch auch etwas Besonderes tun. So oft habe ich das nun schon empfunden. So oft wurde mir im Anschluss klar, dass es eine beschissene Idee war. Aber nun gut, wer lernt schon aus Fehlern? Schließlich schreiben Verlierer wie ich nicht Geschichte.
Da war er nun also. Dieser undefinierte Drang, die Wohnung zu verlassen. Raus in die Kälte, die mich an ein sibirisches Gulag erinnerte, in denen die tausenden österreichischen Widerstandskämpfer, irrtümlicherweise in Waffen-SS-Uniform, verreckt sind. Und was nun? Ja, ins Flex! Warum nicht? Man sagt ja, das sei der beste Club in Wien und der sechstbeste in Europa. Keinen Schimmer, wer solche Reihungen vornimmt. Ich geh also rein. 10 EURO, was soll's, heute ist alles egal.
Pötzlich das Innenleben: scheiß klein, hässliche Menschen, beschissene Musik, und, das absolut Schlimmste, Leute, die vor den "DJs" auf der Bühne tanzen. Nicht nur, dass solche Menschen latent schlecht aussehen, sie können auch überhaupt nicht tanzen! Aber über solche Paradoxien des menschlichen Verstands sollte man sich nicht allzu viele Gedanken machen. Denn die endgültige Alternative, alle umzubringen, kostet Zeit, Geld und Logistik. Nach ca. zwei Stunden kam endlich die endgültige Entscheidung, diesen Hort der stinkenden Alternative zu verlassen. Aber da gab es noch ein großes Problem: Die Garderobe.
Kein Wunder, schließlich war der Abend alles andere als einladend. Aus diesem Grund wollten alle einfach nur mehr raus. Was sich bei 500 Personen, die ihre Jacke wollen, und zwei Spastis, die hinter der Garderobe stehen, als recht schwierig erweisen sollte. Gedränge schön und gut, wenn man dabei irgendwelche Mädchen unsittlich betasten kann, ohne dass sie es merken. Aber erstens waren da wirklich nur irgendwelche Mädchen und zweitens konnte ich über eine Stunde meine Hände nicht bewegen.
Und dann der dramaturgische Höhepunkt: Irgend so ein Arsch meinte, er müsse schnell nach Hause. Insofern interessant, da er seine Jacke in der Hand hielt und diese offensichtlich abgeben wollte. Einem Typen, der optisch eigentlich eher in ein Bordell passen würde, war das nicht so recht. Er packte den Typen und knallte ihm eine. Haha, die Alternative frisst sich selbst! Erst, als er seine aufgedunsenen Schweinelippen in den Rachen seiner Alten presste, beruhigte er sich wieder. Beim Anblick kam mir jedoch fast das Kotzen.
Dies wiederum wäre eine gute Idee gewesen, etwas voran zu kommen. Aber die Leute gingen mir so am Arsch vorbei, dass ich nicht mal meinen Mageninhalt an sie opfern wollte. Und dann auch noch, als ob das alles nicht schon genug wäre, nur Franzosen und Italiener! Nichts gegen Frankreich, aber... Dazu will ich eigentlich gar nicht mehr sagen, außer dass die süße Kleine mit den geilen Locken der einzige Lichtblick im Haufen dieser Drecksbagage war.
Endlich am winzigen Garderobenloch angekommen, machte ich die Vollidioten dahinter darauf aufmerksam, dass sie doch bitte ein paar der sinnlos herum stehenden Securites rufen sollen, damit sich die Leute nicht noch gegenseitig umbringen. Wobei, eigentlich wär das gar kein großer Verlust für die Menschheit. Ungläubig blickten sie mich an, und ihren Gesichtern erkannte ich die blanke Idiotie. Fakten gesammelt und analysiert, Entschluss gefasst: Nie wieder Flex! Die Jugendkultur ist tot! Es lebe der Relativismus! (grr)
 
Comments:
Hey, I don't speak a word of German, but thanks for the link. If you know any English, leave me some comments one of these days.
 
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