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3.22.2006
  Als ich einmal neben zukünftigen Nullmenschen sitzen durfte
Offen zur Schau getragene Lässigkeit ist das Stigma unserer verschwendeten Jugend. Aber es so dermaßen zu übertreiben, dass selbst 24stündiges Fresse-Polieren pro Tag noch zu wenig wäre, ist wirklich wunderlich.
Was beschwer ich mich denn? Auch ich bin an dem Punkt angelangt, an dem ich auf die Frage „Wohin des Weges?“ nur noch mit „auf der Suche nach dem nächsten WLAN-Hotspot“ antworten kann. Nicht dass ich ein großer Freund von solchen pseudo-feudalistischen Idiotenphrasen bin, aber wie gern würd ich doch sagen: „Keine Ahnung. Jemanden aufschlitzen halt“.
Aber das zynische Potential meines weiteren Bekanntenkreises ist etwa so stark ausgeprägt wie Weißrusslands Diskursbereitschaft. Da sitz ich nun. Endlich im WLAN, oder besser gesagt WiFi, wie es das alternative Spektrum der postmodernen Beliebigkeit gerne ausdrückt. Mann, hat das gedauert, bis ich darunter nicht mehr „Wirtschaftsforschungs-Institut“ verstand. Nicht nur das. Zu meiner linken ein überfüllter Aschenbecher (Usus) und zu meiner rechten ein Chai Latte (Konformismus). Nicht mal die mitgebrachten Trips, die sich langsam um das Teesäckchen winden wie die Würmer in meinem Bauch, bringen mich vom Gedanken ab, die Arschficker um mich herum aus dem Fenster in einen verdreckten Fluss namens Mur zu werfen.
Ohne mich jetzt näher mit Graz zu beschäftigen, wie das Kollege (sas) schon ausführlich getan hat, berichte ich nun über den Abschaum der mir sowieso schon verhassten Gesellschaft: Ortweinschüler. Vielen wird das jetzt nichts sagen, und das ist auch gut, nein, viel besser so. Ortweinschüler kann man sich in etwa so vorstellen wie einen Pickel auf einer Hämorrhoide. Sprich, wenn man schon glaubt, manche Menschen sind absoluter Unrat, dann gibt es immer noch welche, die sich diesen parasitär annähern und so dermaßen voll mit Eiter sind, dass sie auszudrücken ein Akt göttlicher Weisheit aber zugleich eine Tat höllischen Schmerzes ist. So sind Ortweinschüler.
In ihrer Freizeit beschäftigen sie sich mit Mode und interessieren sich für das Theater. Gehen grundsätzlich in keine Blockbuster und lesen Hesse. Dauernd. Dauernd Hesse lesen macht den Kopf zu Brei und hat cirka den gleichen Effekt wie ein Morgen nach einer Drogen geschwängerten Nacht, an dem man bemerkt, dass man weder Zigaretten noch Kleingeld noch Bankguthaben aber ein Feuerzeug hat. Sprich, man meint, etwas großes zu tun (eine Morgenzigarette zu rauchen) vergisst für einen kurzen Moment aber, dass die notwendige Substanz fehlt. Und genau diese fehlt den Ortweinschülern auch. Einer von ihnen trägt ein Unterleibchen. Wahrscheinlich aus Solidarität zur Arbeiterklasse. Sie reden über Medien. Als ob das in einem Land wie Österreich schwierig wäre.
Fünf Instant-Schwanzträger und ein weibliches Pendant (Instant, nicht Schwanz). Mit wem von den allen hat sie den eine tiefergehende Freundschaft, die ganz abseits sexueller Problematik sondern ausschließlich auf platonischem Mist besteht? Wohl zu dem, der seinen eigenen Laptop mitgebracht hat und die ganze Zeit relevante Blogs zu den Themen der Zeit liest. Lies das, du Arschloch! Der Chai ist leer, die Trips zeigen ihre volle Wirkung, langsam spüre ich, wie sich die Designermöbel um mich herum in japanische Porno-Mangas verwandeln. Im selben (via freud'scher Vertipper habe ich gerade „lesben“ geschrieben) Ausmaß wie sich der Aschenbecher füllt, steigt auch mein scheinbar unendliches Aggressionspotential gegenüber meinen Sitznachbarn. Am liebsten würde ich eine gesammelte Paolo Coelho-Sammlung nehmen und einem nach dem anderen die politischen Vorschläge rausprügeln, die diese Nullmenschen auf diversen UNO- und Parlamentssimulationen rauslassen.
Manche davon haben sogar schon Artikel geschrieben! Poah! Seid ihr aber schon klug für euer Alter! Nun gut, da Sie jetzt schon so weit gelesen haben, darf ich den/die potentielle/n Unwissende/n (Ha, das nenn' ich mal einen korrekten Satzbeginn!) aufklären: Um die Ortweinschule in all ihrer Unnötigkeit zu beschreiben, sei folgendes Zitat von der schicken Homepage erwähnt: „Besondere Beachtung schenken wir der Weiterentwicklung jener allgemeinen Qualifikationen und sozialen Kompetenzen, welche die Beschäftigungsfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen sicherstellt. Sie sind befähigt, durch Selbststudium oder Studien an weiterführenden Bildungsinstitutionen erfolgreich am Prozess des lebenslangen Lernens teilzunehmen.“ Ich glaube, das reicht aus, um mich zu verstehen.
Verblendete Menschen, die auf diese Schule gehen, haben meist eine Waldorf-Vergangenheit und eine Sozialarbeit-Zukunft. Erbsünde könnte man das auch nennen. Zum geistigen Scheitern verurteilt. Traurig, aber selber schuld.

„Das klären wir dann in der nächsten Projektbesprechung!“ Meine Hände beginnen zu zittern. Ich umklammere den eisernen Aschenbecher der eine Gorbatschow-würdige Narbe auf den Häuptern der Kopflosen hinterlassen würde. Wage es nicht, mich um Feuer zu fragen! Wenn du Haare auf den Eiern hättest, würde ich sie dir am liebsten einzeln ausreißen. Ein Schwanzhaar für den Weltfrieden! Klingt eigentlich nach einem schönen Schulprojekt. Hab ich schon erwähnt, dass ich Ortweinschüler zum Kotzen finde? (grr)
 
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