DieWahrheit.eu Gonzojournalismus im Netz
5.27.2006
  Rookies für die Wahrheit (Teil 1)
Als unermüdlicher Arbeiter für die Wahrheit ist man mit allerlei beängstigenden, bizarren und bisweilen betörenden Ereignissen konfrontiert: Nacktangeln am Stubenberger See ist dabei nur eine der großen Herausforderungen. In letzter Zeit häufen sich E-Mails von seltsamen Typen, die die Wahrheit mit ihren eigenen Ergüssen bereichern wollen. Und weil sich Grr, Sas, Foz und meine Wenigkeit nie einig sind, haben wir uns folgendes Überlegt: Ab sofort werden alle eingesendeten Geschichten unter der Rubrik "Rookies für die Wahrheit" publiziert. Und Ihr, liebe Leser, könnt mit euren Kommentaren entscheiden, ob wir diese Typen ins Kollektiv aufnehmen sollen. Zerreist, oder lobt in den Himmel! Den Anfang macht Till.

Unterhaltungs-Industrie oder individuelle Lebensfreude?
Auf der Suche nach dem Geist oder der Seele der Jugendkultur. Ängste und Hohn auf einem im eitrigen Herz meiner Generation...
Leichte Übelkeit setzt ein und außerdem glaube ich das ein nüchterner Kopf in gewissen Situationen doch besser sein kann,
gerade wenn es darum geht gesellschaftlich aktiv bleiben zu können. Aber das war ganz und gar nicht das Ziel des heutigen Abends. Um genau zu sein wusste ich nicht ob es überhaupt ein solches gibt.
Wie dem auch sei: Mit einem College-Block, einem Werbegeschenk-Kulie, riesiger Sonnenbrille (was mir selber, obwohl ich es wirklich nur tat um meine Augen zu verbergen, verdammt klischeehaft vorkam), stieg ich aus dem Auto (meiner Mutter) wie es wohl an diesem Abend an die 200 Jugendlichen tuen werden. Schon vernahm ich die ersten dumpfen Bässe, die mir das Musikprogramm des heutigen Abends ankündigten. "Auf geht's", dachte ich mir und mein vollkommen betrunkener Kumpane trug mit mir einen jungfräulichen Kasten "Öttinger Pils" die Straße hinauf in Richtung "Fest-Zelt". Dort angekommen suchte ich mir ein etwas ruhigeres Plätzchen um mein - na ja man kann sagen - Lager aufzuschlagen; die Szenerie noch gut im Blick aber dennoch weit ab von Urin-Strahlen und Kotzlavienen. Mein Begleiter zog mit den Worten "Ich skalpier einen von diesen Hundesöhnen, wenn sie heute Abend kein (Iron) Maiden spielen" los. Mir war das alles relativ egal. Mein kleines Holzpfeifchen ausklopfend sah ich von hier die Mengen an Menschen, die sich in einem Art abgezäunten Bereich aufhielten, wie Mastschweine.
Eingesperrt bekamen sie nicht nur nahezu zwanghaft die Musik sondern auch das Bier eingeflösst. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das so kritisieren wenn nicht sogar anprangern darf, wo ich doch selber ein Freund berauschender Mittel bin, aber in der Form wie es diese willenlosen Niemandes taten hatte nichts mehr mit meiner Vorstellung von Bewusstseinserweiterung zu tun. Wie sich die weißen Schlafanzügen ähnlichen Gewänder, in die sich die so genannten "Pseydo-Ghetto-Kidz" kleideten mit Schlamm bespritzen, nicht etwa im extasischem Tanz oder bei wilden Matschorgien (wie ich sie nur aus Woodstock (DVD) kenne) nein: beim einfachen Pöbeln vor dem Würstchenstand, bei der Klärung der Frage wer nun zu erst sein Stück zermalenes Fleisch in Kunstdarm entgegen nehmen darf. Es machte mich traurig, wie ich mir die unglaubliche Tragödie dort unten ansah.
Auch zwei weitere Köpfchen und wildes Antiagressions-Kugelschreiber-Kritzeln halfen
da nichts mehr. Ich musste dem Problem auf den Grund gehen. Mit einem Bier und Sonnenbrille trat ich mit mir einem selbstgemalten Stempel auf der rechten Hand in das total vermatschte Zelt ein.
Künstlicher Nebel und halbnackte "Chicksen" prägten hier das Bild. Mich begrüßt eine Mädchen meines Alters deren Worte ich bei der
Lautstärke nicht mehr verstand, im Weitergehen viel mir plötzlich ein das es meine erste Freundin (damals 4. Klasse) Annelie gewesen sein muss. Mit ihr kamen schreckliche Erinnerungen an eine Zeit, die ich nur zu gerne Verdrängen würde. Verdammt ich war einfach viel zu drauf um mich mitten ins Getümmel zu stürzen. Ich tat es trotzdem.
Einmal durch und dann schnell wieder weg. Dröhnende Musik, kaum noch Gleichgewicht, Scheiße ich weiß jetzt ganz genau was ich hier hasse, verdammte Scheiße. Jetzt nur schnell wieder raus. Als ich jedoch in einer 180 Grad-Wendung, auf deren Fliegkräfte ich selber nicht eingestellt war, einer jungen Dame in der Nähe der Tanzfläche auf den Fuß trat und mich um mich vor einem Sturz zu retten nur noch an ihrer Hüfte abstützen konnte, erfuhr ich schon einen ziemlich festen Schlag ins Gesicht. Von einem Typen, dessen Äußeres wohl wie eine Mischung aus Bushido und Silvester Stalone gleich kam der mich mit 90% Bewusstlosigkeit beschenkte. "In dem verdammten Schlamm hat man absolut kleinen Halt mehr", hörte ich mich selber denken und stürzte über eine, im Nachhinein ziemlich komisch platzierte, Bierganrnitur in den Schlamm. "Bleib liegen bis der ganze Mist hier vorbei ist", dachte ich mir, "2 oder 3 Stunden Schlaf sind jetzt sowieso angebracht". Da packt mich aber schon eine Hand an der Schulter und probiert mich aufzurichten. "Nich noch mehr Gewalt bitte", flüsterte ich. Aber nein es war nicht mein Neo-Faschistischer Assi-Freund. Es waren zwei junge auf den ersten Blick nicht identifizierbare junge Frauen. Verdammt waren das Sanitäter? Oder wollten die Hundesöhne, die mich schon wieder ins Irrenhaus stecken. Meine Angst war unbeschreiblich. Sie schleppten meinen nur schwach mitarbeitenden Körper in Richtung Ausgang und von den verfluchten Weichei-Securities weiter weg in Richtung einer nahe gelegenen Wiese. Wollten diese Frauen mich vergewaltigen? Oh nein, ich glaube in dieser Rollenverteilung war das wohl kaum möglich. Sie legten mich auf den Rücken und nahmen mir eine völlig verbogene "High-Way-Polizisten-Sonnenbrille" ab. Wer zum Teufel waren diese Engel. Es stellte sich heraus das diese beiden Damen einfach nur Mitleid mit mir gehabt hatten und glaubten mit ihrer Handlung etwas mehr Liebe in diese Welt bringen zu können. "`Hippies?!`". "Na ja so was ähnliches.“ Mist schon wieder zu laut gedacht, aber sie lächelte. Gab es in dieser Grauen mit Atomkraft zum Strahlen brachten Menge noch wirklich gutherzige selbstdenkende Individuen? Ja! ich glaube schon. zumindest wollte eine der Beiden mir das wohl noch genauer bei ihr zu Hause erklären. Ich konnte nur willenlos zustimmen.
 
Comments:
Nun, was soll man dazu sagen... gemessen an den anderen Geschichten der Wahrheit finde ich diese doch etwas dünn. Und was soll denn die Message sein? Es gibt immer noch Jugendliche, die hilfsbereit sind? Buhu, was für ein Thema. Anders verpackt wäre es vielleicht gut, aber so... Für eienn Anfänger schon okay, aber bis zum Meister. Und noch ein ganz großer Tip: Rechtschreibung und Satzbau beachten würde auch nicht schaden!!!
 
Mach doch den armen Bub net so runter. Ist doch ganz in Ordnung, eine Message gibt es wirklich nicht, aber muss es die unbedingt geben?
 
hm... also bis ins letzte bin ich auch nicht überzeugt. in der tat fehlt mir hier etwas die schlusspointe. was die rechtschreibung betrifft, so darf ich hier nicht den henker spielen. sonst rollt mein kopf als erster.
 
also ein wenig dünn war sie schon, um ehrlich zu sein. aber macht nichts, scheiss drauf. es war gut geschrieben.
 
...soso Leute...Wie gesagt war es nicht mein Ziel irgenteine Poante oder eine besonders gute Rechtschreibung abzuliefern...ich hatte gehofft hier auf eine gewisse Weise eine Situation zu beschreiben die in sich schon so skuriel ist, dass sie keiner Anderen Message bedarf, als die die sie schon durch ihre Existens in sich trägt. Das alles noch so subjektiv klingen zu lassen, dass es nach Gonzo-Journalismus klingt, und sobald es das Tut ist es schon Gonzo-Journalismus...
 
Eine schöne Geschichte. Hat mir gut gefallen. Schlusspointe hin oder her. Zwei Sachen würde ich bemängeln: Der Lesefluss hängt an der ein oder anderen Stelle, einfach aufgrund des Satzbaus. Nochmal drüberlesen bevor man es Veröffentlicht kann das minimieren. Das zweite sind teilweise unpassende weil übertrieben oder unglaubwürdig wirkenden Beschreibungen der Situation. Mit ein bisschen mehr Nachbearbeitung des Rohmaterials hättest Du hier noch weit mehr rausholen können.
 
Nun, da werd ich 'em Till mal unter die Arme greifen... ich denke, dass die subjektive Beschreibung seines Erlebnisses, dass ihn anscheinend höchst beeindruckt und zugleich zutiefst bestürzt hat, doch ziemlich gut gelungen is'....obwohl auch ich denke, dass die Überschrift nich' allzuviel mit dem Text zu tun hat.....jedoch : aller Anfang is' schwer - das sollten auch die sogenannten 'Meister' hier nich' vergessen....und nich alles und jeder muss eine Message übermitteln - viel eher schätzt man da wohl einen Anstoß zum Nachdenken, ein Gefühl, dass nach dem Lesen des Textes noch Tage anhält.... das machen wirklich gute Texte aus...und diejenigen die sowohl message als auch nachtragende Gefühle mit sich bringen, die schimpfen sich dann wohl nahezu perfekt...... so Meinung gegeigt, fertig.
 
*ggggähn

tipps für tills:

1. wenn man von etwas sehr beeindruckt war, und will, dass der leser das auch so empfindet, bringt es nichts, so stark wie möglich zu übertreiben. dann merkt der leser zwar, dass dich das fürchterlich beeindruckt hat, aber ihn beeindruckt es nicht. skurrile begebenheiten serviert man kalt, damit der leser selber merkt, wie heiß es in wahrheit war.

2. wenn bei word ein wort rot unterkringelt ist, bedeutet das nicht, dass es besonders krass, toll oder gut gelungen ist, sondern dass man das wort anders schreibt. wenn du in deinem leben jemals etwas schreiben willst, das jemanden beeindrucken, überzeugen, fesseln oder berühren soll, schreib so, dass keine roten unterkringelungen im text sind. das mit der grammatik wird vielleicht auch irgendwann noch technisch unterstützt..

wenn du dir das zu herzen nimmst, hast du ne chance, wenn nicht, kann ich nur sagen: unter den blinden ist der ungeschickte der dumme.

in diesem sinne

foz
 
An den Schlauscheisser FOZ:

Aber Groß- und Kleinschreibung wird doch bei Word angezeigt, gell?
 
an den feigen anonymiker:

wenn ihr mir wert wäret, groß zu schreiben, würde ich es tun, glaub mir. in den artikeln mach ich mir die mühe ja zum glück, damit eure armen, strapazierten augen sich nicht an die chat-kleinschrift-optik gewöhnen müssen.

fozlichst

foz
 
"wenn ihr mir wert wäret(...)"

Hey Foz, wenn du in deinem Leben jemals etwas schreiben willst, das jemanden beeindrucken, überzeugen, fesseln oder berühren soll, schreib so, dass keine roten Unterkringelungen im Text sind.
 
...jetzt schreibt man mal so dass es die bauern auch verstehen, und dann wird einem das auch noch vorgehalten.. tze, die welt bleibt undankbar.

schöne pfingsten :-)

foz
 
Werter Kollege raf: Bitte erörtern sie die Thematik des Nacktangelns etwas genauer.
 
nacktangeln ist eine tätigkeit, die - gerade wenn man sich in der oststeiermark hinterm kulm befindet - keiner weiteren erklärung bedarf.
 
diese erklärung reicht völlig. Danke übrigens für das Adjektiv "hinter", du sprichst mir damit aus vorderkulm'scher Seele.
 
...ähh darf ich auch noch mit naja nicht unbedingt ernsthaften aber vielleicht produktiven Kommentaren rechnen...wenn nicht würde ich dann vieleicht doch das Internationale-Spitzen-Gremieum um eine Entscheidung bitten...
 
Und wer soll das sein, fast alle guten Schrifsteller sind tot. Wenn dann musst du dich mit den Stimmen von hier begnügen. Ich sage schon ganz in Ordnung, aber noch nicht perfekt. Das wird schon werden mit der Zeit. Aber die Entscheidung liegt bei den 4 Gonzowahrs, hoch die Schilder, Kameraden
 
geduld, mein till. gut ding will weile haben...
@grr, sas und foz: teilt mir eure entscheidung mit

lg raf
 
Sie glauben, in gewissen Situationen könne ein "nüchterner Kopf" doch besser sein. Diese Auffassung sei Ihnen unbenommen. Allerdings irritiert es mich, sie ausgerechnet in einem Periodikum von leidenschaftlich polytoxikomanen Anarchisten zu finden.

Mit geradezu verstörender Penetranz fuchteln Sie dem Leser die ganze Geschichte hindurch mit Ihrem erigierten Zeigefinger vor der Nase herum, um an maßvollen Umgang mit Rauschmitteln zu gemahnen. Mal mäkeln Sie über den Biergenuß anderer, dann finden Sie sich selbst "zu drauf". Verschämt sprechen sie von "Köpfchen", die vergehen. Ihr kleines Holzpfeifchen klopfen Sie aus, statt daß Sie daraus Crack und Heroin rauchen.

Gelungen finde ich die Beschreibung der Begegnung mit Annelie. Die Beiläufigkeit ist angenehm bitter. Auch die Befürchtung erneut in die Psychiatrie eingewiesen zu werden ist ein guter Einfall.

Ich habe übrigens nicht verstanden, weshalb Sie mit einem Spiralblock in der Hand auf ein Fest gehen. Führen Sie den für Ihre Kritzeltherapie stets bei sich?
 
hallo till,
möchte dich auf diesem weg über unsere entscheidung informieren. wir werden im nächten monat von blogger wegziehen und einen stand-alone blog schaffen... auf diesem Blog wird es eine "Rookie" Rubrik geben. Du bist herzlich eingeladen dich darin auszulassen.

lg raf
 
Excellent, love it! »
 
Where did you find it? Interesting read » » »
 
Best regards from NY! » »
 
hi people,this is a simple test
sorry sex video
hhh
 




























 










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